Sampler „Dat du mien Leefsten büst“

„Dat du mien Leefsten büst“ ist eine der bekanntesten Melodien in Europa. Sie ist schon sehr alt und steht in vielen Liederbüchern. Es gibt ein paar verschiedene Textversionen und viele Sänger und Bands haben diesen erotischen Song gecovert. Die ersten Takte hörst du sogar, wenn der Regionalzug in Mecklenburg-Vorpommern oder in Hamburg hält. Dann bimmelt die arme Melodie als Signal dafür, dass gleich die Tür aufgehen wird. Um eine verschlossene oder geöffnete Tür geht es auch in den Lyrics. Das Mädchen lädt ihren Freund ein: Oh, komm heute Nacht heimlich zu mir – egal wann, aber komm. Meine Eltern schlafen und hey, du kannst an meiner Tür klopfen und bei mir an die Klinke fassen… Und da ist mehr gemeint, als da steht! Das Rappeln im Karton werden die Eltern sich schon mit dem Wind erklären. Genau!

Zu diesem plattdeutschen Evergreen haben insgesamt 30 Bands und Musiker*innen des Landes im Rahmen unserer Heimspiel TV Produktion eine Coverversion erstellt, von denen wir gemeinsam mit der Stiftung Mecklenburg und dem Heimatverband M-V e.V. die 14 gelungensten zu einem musikalisch sehr vielfältigen Sampler zusammen gestellt haben.

Hört und seht selbst, wie aktuell plattdeutsches Liedgut und wie vielfältig die Musikszene des Landes ist.

Die Songs des Samplers

Plattdüütscher Text

Dat du min Leefsten büst, dat du woll weetst.
Kumm bi de Nacht, kumm bi de Nacht, sech, wo du heetst;
kumm bi de Nacht, kumm bi de Nacht, sech, wo du heetst.

Kumm du üm Middernacht, kumm du Klock een!
Vader slöppt, Moder slöppt, ik slap alleen;
Vader slöppt, Moder slöppt, ik slap alleen.

Klopp an de Kåmmerdör, fåt an de Klink!
Vader meent, Moder meent, dat deit de Wind;
Vader meent, Moder meent, dat deit de Wind.

Kümmt denn de Morgenstund, kreiht de oll Håhn.
Leefster mien Leefster mien, denn mötst du gåhn!
Leefster mien Leefster mien, denn mötst du gåhn!

Sachten den Gang henlang, lies mit de Klink!
Vader meent, Moder meent, dat deit de Wind;
Vader meent, Moder meent, dat deit de Wind.

Die Sprache

Plattdüütsch oder Niederdeutsch ist kein Dialekt vom Hochdeutschen, anders als das bei Bayrisch oder Sächsisch ist. Hier im Norden wird Plattdeutsch aktuell immer beliebter. Viele junge Leute wollen das gerne wieder lernen. Es gehört für sie dazu, wenn sie unterwegs in der Welt erzählen wollen, wie das da ist, wo sie herkommen. Plattdüütsch ist eine alte und ziemlich schöne Sprache, die mit dem Englischen, dem Schwedischen, Norwegischen, Niederländischen, Dänischen und den Sprachen auf Island und den Faröer Inseln verwandt ist. Viele Wörter in diesen Sprachen sind sich total ähnlich oder sogar gleich. Plattdüütsch: Löppt!

Platt Schwedisch Dänisch Englisch Isländisch Norwegisch Faröisch Niederländisch
Hart hjärta hjerte heart hjarta hjerte hjarta hart
Büx byxor bukser buxur bukser buksur
Bost bröst bryst bossom brjöst bryst borst
Hus hus hus house húsi∂ hus hús huis
Dör dörr dør door dyr dør dyr deur

Nicht, was du denkst:

fack müde, erschöpft, matt ik bün so fack
Fick Hosentasche hei hett wat in de Fick
fucken anschubsen, in die Seite slåp nich in, ik fuck di in de Siet
Fuck Wink geben giff ehr ‘n Fuck, dat se dat markt

Der Sampler schlägt Wellen –
Hörfunkbeiträge und Pressestimmen

Plattdeutsch Lernen für das Abi mit dem Sampler „Dat du min Leevsten büst“
Ein Beitrag von Golo Schmiedt auf Deutschlandfunk Kultur

 

Drei Beiträge von Florian Wille auf Radio LOHRO 90,2

 

Ein Artikel von Katrin Zimmer in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten vom 31. August 2017

 

Ein Artikel von Silke Stamann im BLITZ vom 03. September 2017