Stone Age Ahead XII: SAINT VITUS (USA)
Ort:MAU-Club, Rostock
SPIRIT DESCENT und GRISU. Nach 17 Jahren kommt am 23.04.2012 das lang ersehnte Reunion-Album "Lillie F 65" der Doom Legende SAINT VITUS in die Läden und nach 17 Jahren wird genau diese Band wieder auf der Bühne des MAU-Clubs stehen. Das neue Werk soll dann via Season Of Mist erscheinen. Warum man sich für diesen Albumtitel entschieden hat? Das gab Frontman Scott "Wino" Weinrich kurz und knapp gegenüber dem Terrorizer Magazine bekannt: "Lillie: F-65 war zu unserer Zeit ein starkes Beruhigungsmittel und unser Gitarrist Dave Chandler hatte eine ziemliche Schwäche für diese Downer." Manchmal werden Träume wahr, die man gar nicht mehr zu träumen wagte. Nachdem Chandler & Co. die Band 1995 nach der "Die Healing"
Tour auflösten, war an eine Reunion nicht zu denken. Auch nach zwei exclusiven Gigs 2003 in Chigago und auf dem With Full Force - Festival, glaubte man an eine einmalige Gelegenheit. Doch seit 2009 tourt die größte Legende des Doom-Metals neben Black Sabbath wieder durchs Land. Eine Band die unzählige Musiker beeinflusste und heute noch beeinflusst. Und so werden SAINT VITUS 2012 auch in Rostock ihren Triumphzug in Slow Motion antreten.
? Auf den deutschen Doom-Underground ist seit Jahr und Tag Verlass, da braucht man sich grundsätzlich nie Sorgen zu machen. Dementsprechend ist es auch nicht sonderlich verwunderlich, dass Newcomer wie die Lübecker SPIRIT DESCENT in der Szene rasch Fuß fassen können und sich hier als neue Hoffnungsträger prompt etablieren. Der Grund für die euphorische These hört auf den Namen "Seven Chapters In A Minor" und ist nach "Doominion" die zweite Full-Length im Katalog der deutlich von Bands wie Candlemass, Solitude Aeturnus und Trouble inspirierten Band - und es ist ein mordsmäßig schwerer Happen, der die Gesetze der musikalischen Geschwindigkeit noch einmal überdenkt und stellenweise beinahe tatsächlich neu definiert. Dabei maßt sich das Quintett erst gar nicht an, den Sound lediglich über das stetig langsamer werdende Tempo zu charakterisieren, sondern konzentriert sich einzig und alleine auf die Magie der elegischen Riffs und der daraus resultierenden, wirklich packenden Atmosphäre. Man spürt deutlich wo ihre Roots sind, doch haben sie ein sehr eingängiges eigenes Klangkonstrukt geschaffen, welches mit der brachialen Tiefstimmung der Leadguitar beginnt und den sehr sauberen und cleanen Vocals das Ende des Spannungsbogen findet.
GRISU aus Rostock sind zu dritt, laut und langsam - staubiger Rock, mit nötiger Schwere und nicht unbedingtem Hang zum Tempo. Mit einer kindlichen Freude werde die Amps soweit aufgedreht, bis Milch zu Butter gerinnt und Parts so oft wiederholt, bis sie in Mark und Bein übergehen. Musik ist für sie wie ein Abenteuerspielplatz, auf dem alles erlaubt ist.
Vvk: 18 € / Ak: 22 €